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Freie Lizenzen im Internet

Dieses Kapitel baut auf das vorherigige Kapitel über das Urheberrecht auf. Am Beispiel der freien Lizenzen soll nun eine Verwertungsmöglichkeit, die im Internet immer größere Bedeutung gewinnt aufgezeigt werden.
Dieses Kapitel ist wie folgt gegliedert:

  1. Einleitung
  2. proprietäre Software
  3. Was genau zeichnen freie Software-Lizenzen aus?
  4. Vorzüge der freien Lizenzen
  5. Zusammenfassung

1. Einleitung

Als freie Software, auch als Open-Source-Software bekannt, werden solche Produkte bezeichnet, deren Lizenzen ausdrücklich die Weiterverbreitung in ursprünglicher oder geänderter Form erlauben. Voraussetzung ist, dass der Quellcode vom Urheber offen gelegt werden muss.

Freie Software stellt im Gegensatz zu proprietärer (unfreien) Software die Rechte des Anwenders in den Mittelpunkt.

Der Begriff "frei" bezieht sich also nicht auf den Kostenaspekt, sondern auf die Freiheiten der Anwender und Programmierer den Quellcode zu studieren, zu verändern und weiter zu entwickeln. Richard Stallmann der Begründer der Freien-Software-Bewegung prägte den Begriff:

Free as in freedom, not as in free beer.
("Frei wie Freiheit, nicht wie Freibier".)

Der Quellcode einer Software stellt, vereinfacht ausgedrückt, das Programm in menschenlesbarer Form dar. Programme werden normalerweise im Quelltext programmiert und dann in ein maschinenlesbares Format (dem so genannten Binärcode) umgewndelt, das der Computer dann ausführen kann.

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2. Proprietäre Software

Das Gegenstück der freien Software-Lizenzen, sind die so genannten proprietären (unfreien) Software-Lizenzen. Typisches Beispiel einer proprietären Software sind etwa das Betriebssystem Windows von Microsoft als auch deren Office-Programme. Das bedeutet, das der Quelltext dieser Software nicht offen liegt und somit niemand - außer Microsoft selbst - Bescheid weiß, was die Software eigentlich tut und wie sie funktioniert.

Die Nachteile solche proprietärer Software liegen auf der Hand. Der Nutzer einer solchen Software ist vom Hersteller absolut abhängig. Nur der Hersteller selbst kann Software liefern, die mit den proprietären Formaten und Schnittstellen umgehen kann. Benötigt der Anwender etwa dringend ein Sicherheitsupdate, muss er sich an den Hersteller wenden, denn nur er selbst kann die entsprechende Software liefern oder Anpassungen an dieser Software vornehmen.

So hat bereits die NASA wichtige Daten verloren, weil die von ihr eingesetzten Formate nicht offen dokumentiert waren und die in den 1960er Jahren eingesetzte Software auf aktueller Hardware nicht mehr läuft. Weil der Quelltext dieser Software nicht zu bekommen war, konnten die Dateiformate auch nicht auf die aktuelle Hardware angepasst werden. Die NASA zahlt heute noch enorme Summen für antike Hardware, weil immer noch alte Dateiformate ausgelesen werden müssen.

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3. Was genau zeichnen freie Software-Lizenzen aus?

Wie bereits gesagt, stellen freie Software-Lizenzen, die Rechte des Anwenders in den Mittelpunkt und nicht die der Softwareentwickler. Von einer freien Software spricht man, wenn folgende vier Freiheiten erfüllt sind:

  1. Das Programm darf zu jedem Zweck ausgeführt werden,
  2. das Programm darf studiert und verändert werden,
  3. das Programm darf verbreitet werden und
  4. das Programm darf verbessert und diese verbesserte Version darf verbreitet werden, um damit einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzeugen.

Beispiele für freie Software sind:

Um diesem Gedanken der freien Verbreitung von Software gerecht zu werden, gibt es nun verschiedene Lizenzmodelle:

Tabelle: Lizenzmodelle von freier Software
Modell Beschreibung
Copyleft-Lizenzen GNU General Public License (GPL)Copyleft-Lizenzen GNU General Public License (GPL) Ist die am häufigste verwendete Lizenz. Der Autor der Software behält das Copyleft. Es sind Klausel enthalten, dass die veränderte und verbesserte Software frei bleibt und der Quellcode offen gelegt werden muss.
BSD-artige Lizenzen Auch bei dieser Lizenz behält der Autor das Copyleft, und nach dem Grundsatz "Ehre, wem Ehre gebührt", enthält die Software den Name des Autors und oft auch eine Haftungsbeschränkung. Veränderung und Verbreitung ist in jeder Form erlaubt, d.h. sie darf auch in proprietärer Software eingebaut werden.
gemeinfreie Lizenzen Bei dieser Software verzichtet der Autor ganz auf das Copyleft. Hier kann jeder praktisch alles mit der Software machen, sie etwa in eigene Programme einbauen, verkaufen oder selbst zu proprietärer Software machen.
Diese Lizenz spielt im deutschen Rechtsraum keine besondere Rolle, da nach § 29 UrhG auf den Urheberschutz nicht gänzlich verzichtet werden kann.

 

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4. Vorzüge der freien Lizenzen

Die Wikipedia ist eine Enzyklopädie, die von freien Autor verfasst wird. Jeder Nutzer kann in dieser Enzyklopädie einen Beitrag schreiben und auch bestehende Beiträge selber überarbeiten und somit auf den aktuellen Stand halten.

Den Vorteil eines solchen Lizenzmodell soll nun folgendes Beispiel verdeutlichen.

Sie wollen neuere Gerichtsentscheidung zum Thema Online-Recht haben. Gebe nun mal in eine Suchmaschine z.B. Google den Suchbegriff "Online-Recht" ein. Nun werden Sie über die Linkliste u.a. auf folgende Seite geführt: http://www.online-recht.de/. Wenn Sie nun diese Seite aufrufen erhalten Sie zunächst den Hinweis, dass diese Seite seit 1999 nicht mehr aktualisiert wird. Mit einer solchen Seite können Sie natürlich nicht viel anfangen, also verlassen Sie diese Seite fluchtartig wieder.

Solche Beispiele finden Sie im Internet leider sehr oft. Der ursprüngliche Autor hat, aus welchen Gründen auch immer, kein Interesse mehr diese Seite zu aktualisieren. Man fragt sich da nur, warum steht diese Seite dann immer noch im "Netz" und bei Google auf den oberen Listenplätze. Das Internet ist gerade für den schnellen und aktuellen Datenaustausch geschaffen wurden.

Die Vorzüge der freien Lizenzen liegen nun, wie dieses Beispiel gezeigt hat, "auf der Hand". Wenn der ursprüngliche Autor eines Programms den Quellcode frei gibt und vor allem die Weiterverbreitung ausdrücklich erlaubt, kann jeder dieses Programm aktualisieren und somit das aktuelle Programm weiterverbreiten.

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5. Zusammenfassung

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an freien Lizenzen. Die am meistverbreitesten dürften die freien Lizenzen sein, die unter der GNU General Public License (GPL) beziehungsweise unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) stehen. Diese Lizenzen setzen beide voraus, dass das Copyleft des ursprünglichen Autor weitergegeben wird und die freie Weiterverbreitung ausdrücklich gestattet wird. Freie Weitergabe bedeutet dabei, dass Niemand daran gehindert werden darf, die Software zu verkaufen oder zusammen mit anderer Software weiter zu verbreiten. Eine Lizenzgebühr darf nicht verlangt werden.

Wie Sie diese Lizenz nun verwenden dürfen, finden Sie in den jeweiligen Lizenzbestimmungen der GPL bzw. der LGPL. Dort befindet sich auch jeweils ein Link, mit dem Sie zwischen der englischen Originalfassung und der inoffiziellen deutschen Fassung wechseln können. Beachten Sie aber, dass diese deutsche Übersetzung nicht rechtsverbindlich ist. Diese Lizenzbestimmungen sind nur in der englischen Originalfassung verbindlich. Im Linkverzeichnis habe ich die englische Originalfassung und die inoffizielle deutsche Übersetzung jeweils getrennt aufgeführt.

Haben Sie Fragen zu diesem Kapitel, verwenden Sie bitte mein Kontaktformular.

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© Copyright 2007 - 2008 by Dieter Caspar zuletzt aktualisiert am: 03.09.2008    Valides   XHTML |  CSS